Auch nach der Demonstration: Gegen den Duisburger Konsens!

[Bericht] Für “bedingungslose Liebe” zu der Stadt “mit dem goldenen Herz” hatte ein Artikel in der Zeit geworben. Motto: “Duisburg, mon amour”. Unsere Demonstration am 30. April, die diese zweifelhafte Parole aufgegriffen hatte, kam inhaltlich zu einem ganz anderen Ergebnis.

In vielen Redebeiträgen wurde vielmehr die rassistische und antiziganistische Stimmung, die seit mindestens einem Jahr in der Stadt vorherrscht, thematisiert. Behörden, Medien, Parteien und Bürgerinitiativen, die den Nährboden für Rechtsradikale schaffen, wurden in mehreren Kundgebungen kritisiert. Über den guten Zuspruch von mindestens 350 Teilnehmer*innen waren wir positiv überrascht, da zur selben Zeit eine Demonstration der neonazistischen Partei “Die Rechte” mit antiziganistischer Stoßrichtung in Dortmund stattfand.

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Ab 16 Uhr und während der Demonstration ist der Ermittlungsausschuss (EA) Ruhr unter der Nummer 0231 8404684 erreichbar.

Gemeinsame Anreise zur Demonstration

Für die Anfahrt zur Demonstration empfehlen wir die folgenden Zugtreffpunkte.

Aus Köln mit dem RE1 um 16.45 Uhr auf Gleis 4.
-> Über Düsseldorf Hbf um 17.20 auf Gleis 18.

Treffpunkt am Hauptbahnhof Münster um 15.45 Uhr, Abfahrt um 16.10 Uhr auf Gleis 14.
-> Über Essen Hbf um 17.20 Uhr auf Gleis 2,
-> über Mülheim Hbf um 17.25 Uhr auf Gleis 6.

Über eine gemeinsame Anreise aus Siegen informiert die Linke Liste auf Anfrage.

Von der „Zigeunerbekämpfung“ zu „Armutszuwanderung“ und „Klau-Kids“: Zur Kritik des Antiziganismus

Die Initiative gegen Duisburger Zustände beschäftigt sich anlässlich der Demonstration in diesem Hintergrundtext mit dem Begriff des Antiziganismus. 

In Duisburg bricht sich seit drei Jahren ein ausgeprägter Antiziganismus Bahn, der unter anderem zu massiven Drohungen in Internetforen und zu Übergriffen führte. Auch Vertreter*innen der Stadtverwaltung, der Polizei oder der Lokalpresse äußerten in den letzten Jahren und Monaten immer wieder antiziganistische Ressentiments. Schon 2008 gab es in Duisburg-Bruckhausen eine rassistisch geprägte Debatte um die Zuwanderung von Roma aus Bulgarien und Rumänien, doch erst seit 2012 griff die antiziganistische Stimmung in der gesamten Stadt immer mehr um sich und verschärfte sich. Der Antiziganismus, der Hass auf Menschen, die als „Zigeuner“¹ bezeichnet werden, hat eine lange und blutige Geschichte in Europa und kann nur unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung und Durchsetzung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft begriffen werden.

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»Duisburg kann besser«? – Populismus im Kommunalwahlkampf

cdu - KopieIn Duisburg ziehen fast alle Parteien am gleichen plumpen Strang. Auch die CDU geht im Wahlkampf mit Klischees und Populismus auf Stimmenfang und verortet Duisburgs “Missstände” offenbar in erster Linie in einem – ehemals von Zugezogenen bewohnten – Gebäudekomplex am Stadtrand. “Duisburg”, so glaubt die Partei, “kann besser”. Die Rheinische Post springt der CDU zur Seite, ”Denn dass es zwischen bestimmten Straftaten und osteuropäischen Tätern einen Zusammenhang gibt, lässt sich nicht bestreiten.”.

Ausführlicher äußert sich dazu die Emanzipatorische Antifa Duisburg.